Pfadfinderei:

Lernen? Das klingt ja nach Schule. Ach was.

Wir vermitteln Kindern und Jugendlichen Spaß am Lernen. Weil wir ihnen spielerisch beibringen, etwas zu probieren, etwas zu wagen, sich selbst und die Welt zu entdecken. Und hinterher schlauer zu sein als vorher.

Es geht auch mal was schief. Macht nichts.

Aus Fehlern lernt man schließlich. Natürlich achten wir auf Sicherheit und darauf, dass niemand zu Schaden kommt. Aber wir rufen nicht permanent „Achtung!“ oder „Pass auf!“, sondern ermuntern dazu, sich selbst besser einschätzen zu lernen. In schwierigen Situationen einen Ausweg zu finden. Wie kriege ich es bloß hin, dass das blöde Feuer nicht dauernd ausgeht? Wo um Himmels willen auf der Karte sind wir denn jetzt genau?

Bei uns können Jugendliche auch lernen, anderen etwas beizubringen.

Sich zu trauen, eine Gruppe zu leiten, eine Fahrt zu organisieren, ein großes Zeltlager zu stemmen – im Team, mit anderen. Nur so kann eine Gesellschaft funktionieren: Wenn wir junge Menschen dazu erziehen, selbständig zu sein, auf andere zu achten und Verantwortung zu übernehmen für das Ganze. Und es stärkt – ganz nebenbei – das Selbstbewusstsein der Jugend.

Auf Fahrt:

Pfadfinderinnen und Pfadfinder sind ständig unterwegs:

 am Wochenende, in den Ferien, in der Region, in Deutschland oder im Ausland. Wir wollen raus – raus aus dem Alltag, raus in die Natur. Deshalb gehen wir auf Fahrt oder nehmen an Zeltlagern teil, die meist unter einem Motto stehen.

Wir schlafen in Kohten und Jurten

– so heißen unsere Zelte. Zeltplanen und Verpflegung werden verteilt auf alle, die mitwandern. So trägt jeder die Last für sich und die anderen. Ein Quartier für die Nacht muss die Gruppe jeden Abend aufs neue suchen. Und falls sie keines findet, ist die Kohte schnell aufgebaut, oder der Schlafsack unter dem Sternenhimmel ausgerollt. Auf Fahrt gehen ist wunderbar und unbestritten einer der wichtigsten Bestandteile des Pfadfinderlebens.

Ob auf dem Stammeslager, dem Landeslager, dem Bundeslager oder dem Jamboree:

Hier leben die Pfadfinderinnen und Pfadfinder Tag und Nacht in der Gruppe zusammen, sehen alte Freunde wieder und lernen neue kennen. Am Abend treffen wir uns in der Jurte am Lagerfeuer, singen unsere Lieder, traditionsreiche und moderne, erzählen Geschichten und trinken Tschai, einen gewürzten heißen Tee.

Diese gemeinsamen Tage und Stundenverbinden Pfadfinderinnen und Pfadfinder, nicht selten ein Leben lang.

Das gemeinsam Erlebte – abseits von Schule, Studium oder Arbeit – knüpft ein Band. Und wenn eine Fahrt, ein Lager vorbei ist, dann ist die Sehnsucht nach dem nächsten gemeinsamen Abenteuer groß.

Pfadfinder und die Natur:

Die sonst allgegenwärtigen Bequemlichkeiten und medialen Reize verschwinden:

Ob Gruppenstunden, Lager oder Fahrten – es gibt nur die Gruppe und die sie umgebende Natur. So erleben wir den Wechsel von Nacht und Tag, den Wechsel des Wetters und sind auf das angewiesen, was wir mit uns tragen.

Vögel singen, Blätter rauschen, Wolken ziehen zu einem weiteren Horizont:

Wir entdecken draußen viele große und kleine Dinge, die sonst durch Wände, Hintergrundgeräusche und versiegelte Böden nicht zu sehen, zu hören oder zu fühlen sind. Und nachts leuchten tausend Sterne.

Verantwortung für die Natur ist mehr als eine Phase romantischer Schwärmerei.

Was Pfadfinderinnen und Pfadfinder in der Gruppe lernen, ist alltagstauglich. So wie sie im Gruppenheim darauf achten, dass sie weder Wasser noch Energie verschwenden, sollen sie es auch zu Hause und überall tun. Mit den Grenzen der Natur umgehen zu können, Ansprüche zu bescheiden und auf Überflüssiges verzichten zu können: Das macht stark und unabhängig.

Pfadfindergeschichte:

Pfadfinden ist mehr als 100 Jahre alt
– und doch nicht altmodisch. Ganz im Gegenteil: Wer je Pfadfinderin oder Pfadfinder gewesen ist, der bleibt es ein Leben lang. Was Kinder und Jugendliche im BdP erleben und lernen, das vergessen sie nie: einander zu helfen, miteinander zu leben, füreinander da zu sein.
Damals zelteten 20 Jungen aus London auf der kleinen Insel Brownsea Island. Sie kamen aus verschiedenen Gesellschaftsschichten. Lord Robert Baden-Powell („B.P.“) legte damit den Grundstein für die Bewegung. Junge Menschen sollten zu verantwortungsbewussten Bürgern werden, die sich für die Gesellschaft und ihre Mitmenschen einsetzen – unabhängig von deren Herkunft oder möglicher Unterschiede. Seit 1909 sind auch Pfadfinderinnen aktiv, später stark unterstützt durch Olave Baden-Powell. Die Arbeit der Mädchen und Frauen war geprägt durch die aufkommende Frauenbewegung. Spielidee für die Jüngeren wurde die Mowgli-Geschichte aus dem „Dschungelbuch“ von Rudyard Kipling.
Heute gibt es in fast jedem Land der Erde Pfadfinderinnen und Pfadfinder. Alle vier Jahre treffen sich zehntausende von ihnen auf einem großen Zeltlager, dem Jamboree. 1920 fand das erste dieser Treffen statt; bereits damals kamen rund 8.000 Pfadfinderinnen und Pfadfinder zusammen – auch aus Ländern, die im Ersten Weltkrieg noch verfeindet waren.
Die deutsche Pfadfinderbewegung hat ihre Ursprünge in der Jugendbewegung, im Wandervogel und in den Jungenschaften. Im Nationalsozialismus waren unabhängige Jugendbünde verboten. Schon 1945 entstanden wieder die ersten Pfadfindergruppen. Die interkonfessionellen Bünde Bund der Pfadfinder und Bund Deutscher Pfadfinderinnen schlossen sich 1976 zum Bund der Pfadfinderinnen und Pfadfinder e.V. (BdP) zusammen.
Quelle:https://www.pfadfinden.de/

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